MärchenPosta Hofgeismar 2025 – Ein Rückblick
Vom 25. bis 27. Juli 2025 waren wir mit Ausstellungsexponaten und unserem Werbestand unserer drei Vereine ÖSVLPH, ArGe Medizin und Pharmazie, zu Gast auf der MärchenPosta in Hofgeismar – ein Wochenende voller Begegnungen, Eindrücke, Gespräche und auch ein paar leiser Emotionen, die uns noch lange begleiten werden.
Bereits am Freitag trafen wir ein und begannen mit dem Aufbau. Wie gewohnt waren unser interaktives philatelistisches Krankenhaus und die kreative Stampart-Ausstellung wieder mit dabei. Dank der großzügigen Zeit bis zur Eröffnung konnten wir unseren Stand und die Exponate ganz in Ruhe aufbauen. Es war schön, nicht gehetzt, sondern mit Aufmerksamkeit und Sorgfalt ans Werk zu gehen. Besonders stolz waren wir auf die aktive Teilnahme mehrerer Mitglieder, die mit ihren Beiträgen in der Ausstellung vertreten waren – ein schöner Ausdruck unseres gemeinschaftlichen Engagements.
Am Abend fanden wir uns – wie von selbst – in einem gemütlichen Biergarten wieder. Bei kühlem Getränk, gutem Essen und entspannter Atmosphäre konnten wir den ersten Tag in geselliger Runde ausklingen lassen. Es wurde gelacht, geplaudert und schon ein wenig philosophiert – ein wunderbarer Auftakt, der die Vorfreude auf das Kommende spürbar machte.
Am Samstag startete der Tag
mit einem echten Höhepunkt: Prof. Dr. Wennig präsentierte den zweiten Teil seiner philatelistisch illustrierten Geschichte der Chemie. Der Vortrag war nicht nur informativ, sondern auch charmant und unterhaltsam – und zeigte einmal mehr, wie lebendig Philatelie sein kann.
Anschließend hielten wir unsere jährliche Mitgliederversammlung ab. Von rund 50 Vereinsmitgliedern hatten sich 11 auf den – teils recht weiten – Weg gemacht. Diese persönlichen Begegnungen sind für unser Vereinsleben unbezahlbar. Der direkte Austausch, das gemeinsame Lachen und Nachdenken stärken unser Miteinander spürbar. Das Protokoll der Versammlung wird in der nächsten Philatelia Medica erscheinen und auch im geschützten Mitgliederbereich der Webseite abrufbar sein.
Ritter Dietrich holte uns danach zur Führung ins Apothekermuseum ab.
Das Steinerne Haus – Stempel mit neuer Bedeutung
Besonders in Erinnerung bleibt uns die Führung durch das Apothekermuseum im Steinernen Haus. Mit Begeisterung und tiefem Wissen wurden wir durch die historischen Räume geführt – ein echtes Erlebnis für Kopf und Herz. Für viele von uns hat der Sonderstempel, der das Steinerne Haus zeigt und zusätzlich unseren Vereinsnamen trägt, dadurch eine neue, ganz persönliche Bedeutung gewonnen. Was vorher „nur“ ein schönes Motiv war, ist nun mit einer lebendigen Erinnerung verknüpft – und wird sicher in unseren Sammlungen einen besonderen Platz einnehmen.
Postcrossing – eine „Chance“ für die Philatelie
Auch am Stand ergaben sich viele gute Gespräche – mit bekannten Gesichtern wie mit neuen Interessierten. Leider ging es oft um altbekannte Themen: fehlender Nachwuchs, zunehmende Erschöpfung. Aber es gab auch Mut machende Momente – etwa den Jugendstand auf dem Weinfest direkt vor der Halle, an dem Kinder mit Spiel und Spaß an das Thema Brief und Post herangeführt wurden. Und auch die ersten Postcrosser kamen vorbei – interessiert, offen, voller Fragen. Die Idee, Postcrossing und klassische Philatelie stärker zu verbinden, stieß auf offene Ohren. Gerade hier kamen unser philatelistisches Krankenhaus und die Stampart besonders gut an – ein schöner Beweis dafür, dass neue Zugänge Wirkung zeigen können.
Märchenhafte Begegnung – und ein leiser Abschied
Der Sonntag war geprägt vom traditionellen Großtauschtag – viele Sammlerinnen und Sammler aus der Region nutzten die Gelegenheit, um zu tauschen, zu stöbern, zu fachsimpeln. Auch Händler waren vor Ort, sodass das Sammlerherz rundum auf seine Kosten kam.
Eine besonders märchenhafte Begegnung: Ritter Dietrich und Dornröschen statteten der Veranstaltung einen Besuch ab und begrüßten uns ganz offiziell – eine charmante Szene, die wunderbar zur Atmosphäre der MärchenPosta passte.
Gleichzeitig gab es auch einen Moment der Stille: Die ArGe Märchen, Literatur und Theater gab ihre Auflösung bekannt – genau 50 Jahre nach ihrer Gründung. Da sich kein Nachfolger finden ließ, musste dieser Schritt schweren Herzens gegangen werden. Ein stiller Abschied, der uns nachdenklich stimmte – und auch an die Vergänglichkeit unserer gemeinschaftlichen Projekte erinnerte.
Abschluss mit Ideen im Gepäck
Am Nachmittag wurden schließlich die Gewinner der Ausstellung bekannt gegeben. Die Bewertung erfolgte durch das Publikum – jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhielt eine Auszeichnung sowie ein kleines Geschenk. So musste niemand enttäuscht nach Hause gehen.
Und wie so oft nach einem inspirierenden Treffen fuhr auch diesmal etwas mit uns nach Hause, das sich nicht katalogisieren lässt. Kein Beleg, kein Sonderstempel – „nur“ ein paar neue Ideen. Noch ungeordnet, ein wenig ungezogen vielleicht, aber mit diesem verdächtigen Glitzern im Auge, das manchen schon als Provokation gilt. Denn bestehende Ordnung ist manchen heilig – vor allem jenen, die längst entschieden haben, wie Philatelie zu funktionieren hat. Ich bin mir da weniger sicher. Und genau das macht mir solchen Spaß.
Unser herzlicher Dank gilt Ulli, Lutz und dem gesamten Team des Briefmarkenvereins Hofgeismar, die uns mit großem Engagement, Herz und Organisationstalent diese unvergesslichen Tage ermöglicht haben. Es war uns eine Freude, dabei gewesen zu sein!



















